Nils Holgersson

- liebt das Wasser: die Quelle des Lebens -




Zu Hause in Mölndal, die Lackarebäck Quelle - eine Quelle ohne Wasser...*

Chemisch gesehen ein einfaches Molekül von einem Atom Sauerstoff mit zwei Atomen Wasserstoff ist die Verbindung 'Wasser' mit seinen einzigartigen chemischen und physikalischen Eigenschaften doch der Ursprung allen Lebens.
Entsprechend werden (Süss-)Wasserquellen seit Urzeiten verehrt, nach Heiligen benannt und in der Literatur beschrieben. Als herausragendes Beispiel sei hier das Buch 'Brudarnas källa' (Die Brautquelle) von Vilhelm Moberg erwähnt. In dem Buch aus dem Jahre 1946 werden in Episoden Ereignisse aus vier Epochen beschrieben - vom Altertum bis zur Moderne, mit der Quelle im Mittelpunkt und dem nordischen Mittsommerkult als jahreszeitlichen Hintergrund.
Weitere Informationen über Quellen gibt es auf www.kallakademin.se (auf Schwedisch).

Wasser von einer ganz anderen - mehr technischen denn poetischen – Perspektive beschreibt Terje Tvedt in seinem Reise-Buch ‚Wasser: Eine Reise in die Zukunft‘: Wasser ist Leben – und 2010 ist das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser von der Vollversammlung der Vereinten Nationen als Menschenrecht anerkannt worden (Link zur UNO-Resolution). Auch wenn das Recht nicht einklagbar ist – der Bevölkerung Zugang zu Trinkwasser zu geben ist das Bestreben praktisch aller Staaten. Dies kann aber zu internen und internationalen Konflikten führen, da Wasser nicht gleichmäßig verteilt ist. Im Buch ‚Wasser: Eine Reise in die Zukunft‘ berichtet Terje Tvedt von seinen zahlreichen Reisen um die ganze Welt über Hintergründe, Lösungsansätze und die damit verbundenen Herausforderungen. Es ergibt sich ein realistisches, manchmal optimistisches, manchmal eher apokalyptisches Bild von der Zukunft unserer Wasserversorgung. Terje Tvedt hat darüber hinaus zahlreiche Filme zum Thema 'Wasser' gedreht, eine Auswahl dazu gibt es auf Youtube - Terje Tvedt.
Als Folge der Klimaänderung und der extensiven Wasser- sowie Bodennutzung wird der Zugang zu Trinkwasser eine immer grössere Herausforderung. Zahlreiche Organisationen bemühen sich dabei, auf internationalem Niveau Lösungsstrategien zu entwerfen. Beispielhaft möchte ich hier das Stockholm International Water Institute (SIWI-Webseite) erwähnen.

Aber wie sehr sich der Mensch auch müht, den Lauf des Wassers zu beherrschen: Dessen Macht bleibt unbezwingbar. Denn 'Das weiche Wasser bricht den Stein' (Link zu Youtube Musikvideo). Entsprechend ist die wohl größte Naturkatastrophe in Mitteleuropa der letzten 2000 Jahre eine Flut auch heute kaum vorstellbaren Ausmasses: das Magdalenenhochwasser des Jahres 1342, benannt nach dem St.-Magdalenentag am 22. Juli, "Ein Drittel der gesamten Bodenerosion der letzten 1500 Jahre vollzog sich in dieser Woche." Im Besonderen davon betroffen war auch meine alte Heimatstadt, Würzburg. Zu den Ursachen der Katastrophe zählt neben den Wetterbedingungen des Jahres 1342 auch die damalige menschliche Landnutzung und insbesondere die Abholzung in Deutschland, "denn nur auf 10 bis 15 Prozent des Landes wuchsen Bäume – heute nimmt Wald ein Drittel der Republikfläche ein." Kann sich eine solche Flut heute wiederholen? Gewiss, vielleicht ist es im Gegenteil eher erstaunlich, dass die Hochwasserrekorde von 1342 bisher oft nicht gebrochen wurden. Dagegen ist das Ausmass der begleitenden Bodenerosion wohl eher abhängig von der jeweiligen Bodenbeschaffenheit und Bodennutzung. (Quelle: Link zu dem Bericht auf www.spektrum.de).

*Duschen statt baden, muss der Rasen wirklich gegossen werden? Jeder Tropfen zählt, wenn selbst die Quellen kein Wasser mehr haben.

Auf meinen wunderbaren Reisen habe ich zahlreiche Quellen besucht, die ich hier zeigen möchte - auch gedacht als Anregung, sich selbst auf die Suche nach der Quelle des Lebens zu machen, und unser Wasser zu ehren und zu bewahren!

Quellen in:


Deutschland


Belgien


Frankreich


Irland


Schweden


Schweiz



Google-Übersichtskarte mit den von mir besuchten Quellen



Links / De Jure




Quellen in Deutschland






(unteriridische) Pleichachquelle, Hausen, Unterfranken, Karte unter www.openstreetmap.org
- meine Heimatquelle!



Antonius-Quelle, Bad Blankenburg, Karte unter www.openstreetmap.org
Eine Heilquelle, aus der ein Natrium-Calzium-Chlorid-Wasser sprudelt, weitere Informationen.



Stollenquelle, Mellestollen, Wittmannsgereuth, Karte unter www.openstreetmap.org
Vor meinem Umzug nach Schweden habe ich meine letzten Nächte in Thüringen im Hotel neben der Quelle verbracht.



Quelle der Schwarza, Neuhaus am Rennweg, Karte unter www.openstreetmap.org
Ich habe fünf Jahre in Bad Blankenburg gewohnt - ganz in der Nähe der Schwarza und bin oft entlang der Schwarza Rad gefahren. Daher war ein Besuch der Quelle natürlich Pflicht.



Königsbrunnen, Christes, Karte unter www.openstreetmap.org



Quelle der Breg, Hauptquellfluss der Donau, Furtwangen, Karte unter www.openstreetmap.org



Ottilienquelle, Hochhalden, Rottweil, Kartenausschnitt (erstellt unter www.openstreetmap.org)
Einst ein gut frequentierter Wallfahrtsort, an dem sich die Besucher insbesondere bei Augenleiden heilende Wirkung erhofften, ist der Brunnen heute doch etwas in Vergessen geraten. Weitere Informationen finden sich auf den Seiten des Schwarzwälder Boten, Bericht 2011 und Bericht 2018.


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Quellen in Belgien






(Unterirdische) Quelle der Oise, Chimay, Karte unter www.openstreetmap.org
- mehr als nur eine Quelle: ein Symbol der belgisch-französischen Freundschaft


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Quellen in Frankreich






Quelle der Aigue, Beaune, Karte unter www.openstreetmap.org
Kleiner Bach, der in die Bouzaise mündet.



Quelle der Seine, Source-Seine, Karte unter www.openstreetmap.org
Die ersten Meter der Seine - vor ihrem Weg nach Paris und Rouen und weiter bis zur Mündung in den Ärmelkanal. Ein kleiner Park lädt zum Picknick ein.



Quelle der Ignon, Poncey-sur-l'Ignon, Karte unter www.openstreetmap.org



Erste (links) und zweite (rechts) unterirdische Quelle der Yonne, Glux-en-Glenne, Karte unter www.openstreetmap.org



Fontaine Saint-Pierre, Bibracte, Le Rinjart, Glux-en-Glenne, Karte unter www.openstreetmap.org


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Quellen in Irland






St. Patricks Quelle, Croghan Hill, Karte unter www.openstreetmap.org



St. Brigids Quelle, Killare, Karte unter www.google.com
Nahe dem mythischen Zentrum Irlands, dem (leider öffentlich nicht zugänglichen, da Teil eine Bauernhofes) Hill of Uisneach


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Quellen in Schweden






Delsjöquelle, Göteborg, Kartenausschnitt
- In meinen ersten fünf Jahre in Schweden habe ich unweit der Quelle gelebt.



Kallebäcks Quelle (oder Gustafs III Quelle), Göteborg, Karte unter www.openstreetmap.org
Die Quelle von Kallebäck wurde erstmals 1692 schriftlich erwähnt. Reines Trinkwasser war zu dieser Zeit in Göteborg ein knappes Gut. Zwischen 1785 und 1787 wurde eine Leitung zwischen der Quelle und einem großen Reservoir am heutigen Kungsportsplatsen gebaut. Die Wasserleitung wurde im November 1787 mit einer Festveranstaltung eingeweiht, an der auch König Gustaf III teilnahm. Die Quelle wird daher auch "Gustafs Quelle" genannt. Weitere Informationen (auf Schwedisch) unter www.higab.se: Kallebäcks Källa.


Den Dombrunnen, der einst mit dem Wasser der Kallebäcks Quelle versorgt wurde, gibt es noch - wenn auch seit 1967 nicht mehr mit Wasser von der Kallebäcks Quelle sonder mit dem Göteborger Trinkwassernetz verbunden.



Sankt Olofsquelle, Hisingen, Göteborg, Kartenausschnitt
- Gemäss der Tradition eine Heilquelle mit bis ungefähr 1975 recht starkem Wasserfluss. Heute dagegen erfährt sie wohl ein recht wenig beachtetes Dasein.



Quelle im Hökällagebiet, Skogome, Göteborg, Kartenausschnitt (erstellt unter www.openstreetmap.org)
- Kleine Quelle, die an die bereits im 12. Jahrhundert bekannte Hökälla erinntert: eine als heilig verehrte, wasserstarke Quelle, die der Umgebung den heutigen Namen gegeben hat. Die beiden Bilder wurden zu unterschiedlichen Jahreszeiten aufgenommen: Herbstbild der Quelle, Sommerbild der Umgebung.



Mustads Quelle, Mölndal, Kartenausschnitt (von SGU)
Erinnerung an die Mustads Margarinefabrik, die hier bis 1960 produziert hat. Am Ostermontag 2020 befand sich eine brennende Kerze an der Quelle.



Bryne Quelle, Kärra, Göteborg, Kartenausschnitt
Eine beschauliche Quelle, am Rande einer ruhigen, naturnah gelegenen Wohnsiedlung.



Bråta Quelle, Mölnlycke, Kartenausschnitt
Eine schöne Waldquelle, oberhalb des Weges nach Borås.





St Olofs Quelle, Lilla Edet Gemeinde (West), Kartenausschnitt
Meine zweite St Olofs Quelle! Damals wie heute ein beliebtes Wallfahrtsziel, am Tage meines Besuches allerdings ohne grösser Festlichkeiten. Aber vielleicht gibt es diese auch heute noch am Sankt Olofstag, dem 29. Juli? - wie von Bischof Jens Nilsson 1570 beschrieben. In jedem Falle laden Bänke zum Rasten ein, die offensichtlich gerne angenommen werden. Das Wasser war recht lecker. Ob es auch gegen Augenleiden hilft, wie früher erhofft? Mal sehen. Die Quelle ist der Ausgangspunkt eines Pilgerweges zur Västerlanda Kirche, die ich im Anschluss besucht habe.



Livelycke Quelle, Kungälv, Kartenausschnitt
Eine wundervolle, versteckt gelegene Perle an Quelle, in einem Waldstück in der Nähe einer einsamen Wohnsiedlung.



Byggedals Quelle, östliches Kungsbacka, Kartenausschnitt (erstellt unter www.google.com)
- Heute einsam gelegene Quelle, kam die Bevölkerung einst, um sich mit dem stark eisenhaltigen Wasser zu stärken. Dem Wasser wurden auch heilende Kräfte nachgesagt, und dem Quellgott schon mal eine Münze gespendet. Auch wenn es einen Becher vor Ort gab, habe ich doch auf eine Kostprobe verzichtet: etwas zuviel Eisen für meinen Geschmack.



Syföte Quelle, süd-westliches Kungälv, Kartenausschnitt (SGU)
Schöne Waldquelle, unweit der Mündung des Nordre Älv in den Kattegat. Die Quelle ist auf dem Wanderweg von Herrebacka aus leicht zu erreichen, mit Schöpfkelch und kleinem Rastplatz.



Kaltquelle bei Olingstupet, südlich von Lillhärdal, Kartenausschnitt



Karolinerquelle, Tännforsen, Åre, Kartenausschnitt (erstellt unter www.openstreetmap.org)



Drottning (Königin) Kristinas Quelle, nördlich von Lindås, Emmaboda, Kartenausschnitt (erstellt unter www.openstreetmap.org)
Gemäss der Überlieferung soll Königin Kristina auf ihrer Reise nach Rom an der Quelle eine Pause gehalten haben.



Grön Källa, Algutsboda kyrkby (Kirchendorf), Emmaboda, Kartenausschnitt (erstellt unter www.openstreetmap.org)



Hångers Quelle, Lärbro, Gotland, Karte unter www.openstreetmap.org
Die Quelle inspirierte Israel Kolmodin zum Verfassen des bekannten Sommarpsalm 'Die Blumenzeit kommt nun'.



Lau käldu, Gotland, Kartenausschnitt (erstellt unter www.openstreetmap.org)



Lovisas Quelle, Åby, Norrköping, Kartenausschnitt (erstellt unter www.openstreetmap.org)


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Quellen in der Schweiz






Silberbrünneli, Niederweningen, Kartenausschnitt (erstellt unter www.openstreetmap.org)
Eine Quelle, um die eine tragische Sage erzählt wird: Ein Waldarbeiter habe seinen Sohn mitgenommen in den Wald. Dieser hatte von seinem Paten einen silbernen Löffel geschenkt bekommen, welcher der Vater nun für sich forderte. Sein Sohn weigerte sich, und in seiner Wut stiess der Mann sein eigenes Kind über die Kante der Spaltenflue. Die Leiche des Knaben wurde, zusammen mit dem Silberlöffel, beim Silberbrünneli gefunden. Und tatsächlich, nicht nur wie hier bei Abendstimmung wirkt die Spaltenflue recht bedrohlich. Weitere Informationen auf www.zuercherunterland.ch.


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Für weitere Fragen gerne eine e-Mail schreiben an: nils.holgersson@sahav.net