Lappland

Auf meiner wunderbaren Reise bin ich eigentlich immer gerade da, wo Menschen meine Hilfe benötigen:

Aber sie hatte das Gefühl, als träume sie noch immer, und deshalb blieb sie ganz ruhig stehen und dachte: "Ich habe nichts anderes erwartet, als dass Klein-Mats diesen meinte, als er sagte, er wolle mir jemand schicken, der mir behilflich sein könne, Vater ausfindig zu machen." Und darin hatte sie nicht ganz unrecht, denn der kleine Bursche kam aus keinem anderen Grunde, als wegen ihres Vaters mit ihr zu sprechen. Als er sah, dass sie sich nicht vor ihm fürchtete, teilte er ihr mit wenigen Worten mit, wo ihr Vater sei, und was sie tun müsse, um zu ihm zu gelangen.

Aber während der Knirps sprach, kehrte Åsa allmählich das volle Bewusstsein zurück, und als er ausgesprochen hatte, war sie vollständig wach. Und da entsetzte sie sich über die Massen, - denn hier stand sie ja und sprach mit einem, der nicht ihrer Welt angehörte! Sie brachte kein Wort über die Lippen, ja nicht einmal einen einfachen Dank, sondern wich rasch ins Zimmer zurück und schlug die Tür heftig hinter sich zu. Sie glaubte allerdings noch zu sehen, dass das Gesicht des Kleinen einen sehr betrübten Ausdruck annahm, als sie das tat, aber sie konnte nicht anders. Ganz ausser sich vor Entsetzen, kroch sie nun eiligst in ihr Bett und zog die Decke über den Kopf.

Und doch, trotzdem sie so grosse Angst vor dem kleinen Knirps hatte, fühlte sie, dass er es gut mit ihr meinte, und am nächsten Tag verlor sie keine Zeit, das zu tun, was er ihr geraten hatte.

***

Auf dem linken Ufer vom Luossajaure, einem kleinen See, der noch viele Meilen nördlicher liegt als Malmberget, war ein kleines Lappenlager. Am südlichen Ende des Sees ragte ein gewaltiger Berg auf, der Kirunavaara heisst und der der Sage nach aus lauter Eisenerz bestehen soll. Auf der nordöstlichen Seite lag wieder ein Berg, der Luossavara heisst, und auch das ist ein an Eisenerz reicher Berg. Zu diesen Bergen hinauf wurde eben die Eisenbahn von Gällivare aus weitergeführt, und in der Nähe von Kirunavara baute man eifrig einen Bahnhof, ein Gasthaus und eine Menge Wohnhäuser für die Arbeiter und Ingenieure, die hier wohnen sollten, wenn die Ausbeutung des Erzes einmal ordentlich in Gang gekommen wäre. Es war ein ganzes Städtchen von hübschen, behaglichen Häusern, das da so hoch droben in diesem nördlich gelegenen Bezirk entstand, wo die kleinen verkrüppelten Birken, die hier überall wuchsen, ihre Blätter erst nach dem Johannisfest entfalten können.

Westlich von dem See lag das Land frei und offen da, und dort hatten, wie schon gesagt, ein paar Lappenfamilien ihr Lager aufgeschlagen. Vor ungefähr einem Monat waren sie dahin gekommen und hatten dann nicht viel Zeit gebraucht, ihre Wohnung in Ordnung zu bringen. Zur Herstellung eines guten und ebenen Bauplatzes hatten sie weder Felsen sprengen noch Grundmauern errichten müssen; nachdem sie sich erst einen guten trockenen Platz in der Nähe des Sees ausgewählt hatten, brauchten sie nichts weiter zu tun, als etwas Weidengebüsch wegzuhauen und ein paar Erdhügel zu ebnen, und damit war der Bauplatz hergestellt.







Von oben, Richtung Stora Sjöfalletsnationalpark, Polarkreis bei Jokkmokk, Rentier-Begegnung, Bahnhof in Gällivare; unten, das erste Haus in Kiruna (1890) und der Hof von Hjalmar Lundbohm (LKAB's erster Vertreter in Kiruna, erstes Gebäude von 1895), sowie Blick vom Luossavara auf den Kirunavaara und Erz-Güterbahnhof.










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